Auszeit. Werkstatt zu, aber nicht geschlossen.

Hinter den Rollläden stellt sich das kleine Unternehmen W&G neu auf – auch privat (Umzug). Im Frühjahr 2019 wird neu eröffnet.

Das Jahr 2018 startete mit einem beruflichen Schicksalsschlag. Die geplante Expansion (Vorbereitungen von über einem halben Jahr) scheiterte. Die neue Ausrichtung sowie das Abwickeln der alten Zusammenarbeit brauchte Zeit und dabei war das „Auftragsbuch“ ja schon voll!

Zudem kam der Spagat, hier in Leipzig eine neue Wohnung zu finden und den Umzug zu leisten. „Wenn man privat gut aufgestellt ist, kann man sich ganz auf den Beruf konzentrieren“. Dieser alten Weisheit folgend, nehme ich mir daher jetzt eine richtige Auszeit, mache quasi Sabbat und richte alles vernünftig für einen neuen Start ein.

Die alte kleine Werkstatt wurde bereits so umstrukturiert, das sie wieder meinen persönlichen Ansprüchen genügt. Weitere Arbeit geht in IT (Server, Nextcloud usw.) und Bürokram, sowie Erweiterung und Abstimmung von Lager und Maschinenpark auf neue Herausforderungen.

Kurz gesagt: Auch weiterhin steht W&G für hochwertigste Arbeiten und besondere Orientierung am Kunden. Spätestens ab Februar 2019 kann ich neue Aufträge annehmen.

Sollte es Kunden geben, die aufgrund von „Kollateralschäden“ (neben dem Umzugsstress hatte u.A. mindestens in August und September der eMailserver eine Macke) keine Rückmeldung erhalten habe, bitte ich diese, mich nochmals anzuschreiben!

Beste Grüße

A. Lange

Sattlerei Dietrich schließt in Leipzig

Ich wusste es schon länger, entdeckte es jetzt aber auch auf seiner Webseite: Der Dietrich macht seine Sattlerei in Stötteritz zu. Natürlich geht so ein Umzug nach Berlin nicht so schnell (und für gute Aufträge ist ein Laden nie ganz zu, auch ab November nicht) aber ich fürchte, dass er so viel zu tun hat, dass er kaum noch was annehmen wird.

Ich habe Dietrich vor vielen Jahren beim Kellnern im NochBesserLeben kennengelernt. Ich mochte ihn schnell, nicht nur wegen seiner besonderen Art sondern auch deshalb, weil er sich in seinem Handwerk als jemand herausstellte, mit dem ich sehr gut zusammenarbeiteten kann und von dem ich gern lerne. Er wird nach Berlin gehen, dort glücklicherweise aber nicht ganz von vorn anfangen müssen, sondern auf ein paar Jahre Beziehungen zurückgreifen können. So manches Mal war ich etwas neidisch, wenn er zum Beispiel erzählte, an was für Materialien in was für Geschäften man dort so herankommt. Es ist also eine Weiterentwicklung, wie man sie idealerweise zulässt und durchführt, wenn sie sich anbietet.

Ich bin trotzdem etwas traurig und werde das Arbeiten aber auch Kaffeetrinken und Unterhalten an diesem wunderbaren zurückgezogenen Ort sehr vermissen. Ich wünsche ihm alles Gute und fürchte, ich muss ab jetzt mein eigener Sattler sein.

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Schere gegen schlechte Laune

Wände sind Fläche. In der Regel hat man davon zu wenig und würde diese Fläche gern nutzen. Regale und Schränke nehmen aber auch horizontale Fläche weg. Haken haben zwar den schlechten Ruf, nach der Entfernung Löcher zu hinterlassen, wer aber sowieso hin und wieder malert (oder umzieht), sollte den Gewinn im Verhältnis zur eventuellen Arbeit nicht unterschätzen.

Das Dumme an Haken ist, dass Sachen, die daran hängen sollen, einen Aufhänger brauchen. Für alle, die spontan und ungezwungen leben, habe ich einen Tipp, einen Einfall der mir kam, als das Handtuch zum Xten Mal runterfiel und ich ihm aus Wut am liebsten einen Schaden zufügen wollte. Vielleicht wird der Schlitz irgendwann noch gesäumt (dichter Zickzack, wer keine Overlook besitzt) wenn er franst. Manche Frottiere machen das aber garnicht. Frottee? Frottier?

Für spontanere Eingriffe ins textile Umfeld!

Noch etwas Improvisiertes habe ich gleich mal fotografiert. Wer kann erkennen, was für ein Haken das mal war?

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Genau, ein Kleiderhaken. Das Gewinde ist nicht das tollste aber bei großen Belastungen würde der Haken eh aufbiegen. Dafür ist er sehr groß. Und hält sich erstaunlich gut! Ach, da könnt ich gleich noch schreiben, was man alles ganz toll via (unmodifiziertem) Kleiderhaken irgendwohinhängen kann. Aber für heute ist es genug.

 

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Raumaufmöblung ist jetzt „werk und gut“

Über 2 Jahre und viele schöne Aufträge gab es nun „Raumaufmöblung„, mein handwerkliches Kleinunternehmen. Als ich beispielsweise im NBL anfing Sachen zu bauen, brauchte ich erst mal gar keine Unternehmensform. Dann funktionierte alles immer besser, sollte greifbarer werden, brauchte einen (Arbeits)Titel. Raumaufmöblung sollte eine Verquickung aus Raumausstattung und Upcycling (alte Sachen „aufmöbeln“) kommunizieren.

Mittlerweile (2014) betrachte ich Upcycling als normal. Und in der klassischen Raumausstattung gibt es spezialisiertere Leute ( z. B. die Sattlerei Dietrich in Stötteritz) als mich und ich denke auch nicht mehr nur wie ein Raumausstatter. Raumplanung gelingt mir gut und ist eine Herausforderung. Ebenso das Ausloten von Materialeigenschaften oder das Entwickeln von Arbeitsabläufen.
Mein Kundenumgang ist selbstverständlicher geworden, ich beginne eine richtige Werkstatt aufzubauen, mein Unternehmen hat sich stark entwickelt. Dieses neue Selbstbild brauchte einen neuen Namen.

„werk und gut“ ist offener und weiter gedacht. Natürlich biete ich meine Arbeit, mein Hand-Werk an, verstärkt aber auch Güter, also fertig entwickelte Dinge. Das kreative Denken und die enge Zusammenarbeit mit den Kunden bleibt aber die „Hauptgeschmacksrichtung“, auch bei werk und gut. Denn Ideen und KnowHow sind, neben ihrer Umsetzung, meine Kernkompetenz. Für meine geschätzten Kunden und Auftraggeber sowie alle anderen, mit denen ich gemeinsam an Projekten mitarbeiten und -entwickeln durfte und dies noch tun werde.

Vielen Dank dafür und sicherlich bis bald

Albrecht Lange